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Da der Verkehr hier völlig zum erliegen kam, versuchten ein paar Leute den Kadaver meines Kälbchen zur Seite zu bringen. So sollte zumindest auf einer Spur der Verkehr wieder weiter gehen können. Ich bekam davon eigentlich gar nichts mit – mein Kopf war plötzlich so leer, dass ich mir vor kam in einem Kino zu sitzen und einen Stummfilm ansehen würde, der ohne irgend einer wahrhaftigen Handlung folgend einfach nur dahin plätschere.

Kurz darauf kamen die ersten Polizisten mit einem zivilen Fahrzeug am Unfallort an. Somit begannen nun die eigentlichen Fragen. „Wer sind sie?“, „Können sie sich ausweisen?“, „Was ist hier eigentlich passiert?“, „Sie waren mit dem Motorrad unterwegs?“, „Hat jemand bereits einen Krankenwagen gerufen?“ … Jeder der fast ein Dutzend Leute, die hier rum standen wurde auf diese Weise befragt. Dadurch bekam ich auch mit, wie sich ca. drei Personen als Zeugen outeten.

Ein weiterer, diesmal offizieller Polizeiwagen kam an. Die Fragen begannen wieder von vorne. „Haben sie einen Personalausweis und Führerschein dabei?“ Ich zeigte auf die Innentasche meiner Jacke und meinte „Da sollte mein Geldbeutel drin sein.“ Die Beamten halfen mir ihn raus zu holen und öffneten ihn vor meinen Augen, damit ich sehen konnte, dass sie auch nur den Perso und den Führerschein heraus holten. Auch die anderen Personen wurden wieder befragt. „Wir hatten grün und der kam da plötzlich von links rein gefahren.“ hörte ich von einer Seite her jemanden sagen. „Nun, zumindest schein ich wohl nicht der Übeltäter hier zu sein.“, dachte ich so bei mir.

Einen der Polizisten schaffte ich dann auch dazu zu bewegen meinen Onkel, der gerade mal eine Ecke weiter wohnt, zu benachrichtigen. Ich beschrieb ihm den Weg und gab ihm den Namen mit.

Das Martinshorn eines Krankenwagen näherte sich. Und so wie er vor mir hielt, war auch die Straße erst mal wieder komplett versperrt. Die Sanitäter kamen so gleich zu mir. „Wie fühlen sie sich?“ Langsam wurde ich der Frage leid. Doch diesmal berichtete ich von meinen Leiden. Sie tasteten mich soweit ab und stellten mich vorsichtig auf. Es ging – also schien das Bein nicht wirklich was ernsthaftes ab bekommen zu haben. Die Sanies führten mich durch die Menschenmenge, die sich mittlerweile über die Straße verteilt gebildet hatte. Im Krankenwagen legten sie mich auf die Bare und schnallten mich schon mal fest. Nun war die Frage wohin. „Wo wohnen sie?“ fragte einer der beiden Helfer. „Weststadt.“ kam als Antwort von mir. So telefonierte einer der Sanies mit dem ersten Krankenhaus, das in meiner Nähe seien würde. „Deren CT ist defekt!“ kam dann als Rückmeldung. Also wurde das nächste Krankenhaus angerufen. „Hoffen wir mal, dass die noch Platz haben, sonst müssen wir ins Klinikum.“ (Besagtes Klinikum hat für solche Sachen keinen besonders guten Ruf.)

Mein Onkel traf langsam ein und kam kurz in den Krankenwagen. „Na was machst denn du für Sachen?“ bemerkte er hämisch. „Ich kümmere mich hier mal um alles. Soll ich deine Mutter anrufen?“ „Ja, aber bring es ihr schonend bei.“

Vom zweiten Krankenhaus kam eine positive Rückmeldung und so ging die Fahrt dort hin mit Martinshorn los.

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