Ankunft am „Bikerhotel“

Obwohl ich angeschnallt war hatte ich in jeder Kurve Angst von der Pritsche zu fallen. Der eine Sanie, der bei mir hinten drin saß, hob mich aber auch sachte fest. Doch merkte ich an Rücken und Brust jeglichen weiteren Hubbel. Dies bekam auch der Helfer bei mir mit und rief nach vorne: „Versuch etwas behutsamer zu fahren!“

Nach kurzer Fahrt waren wir da. „Die bauen hier zur Zeit, darum müssen wir durch den Besuchereingang.“ Sie schoben mich auf der Pritsche aus dem Wagen und ins Krankenhaus. Es kam mir vor wie in so einer Ärzte-Soap – gleich waren weitere Schwestern und eine Ärztin in grünen, blauen, violetten und weißen Kitteln um mich herum. Mit Blick zur Decke wurde ich immer weiter in das Gebäude eingeschoben und am Rande des Sichtfeldes ragten die Köpfe der Sanies und der Schwestern in meinen Blick.

Ich wurde in einem langen, hell beleuchteten Gang mit großen Türen entlang der beiden Seiten abgestellt. Leute unterhielten sich einige Schritte entfernt. „Alles klar, gleich mal ab zum Röntgen.“ kam dann jemand wieder zu mir an die Pritsche und ich wurde in einen dunklen Saal geschoben. Mit vereinten Kräften von einem der Sanies und drei weiteren Schwestern wurde ich sodenn auf den Röntgentisch von der Pritsche geschoben.

„So – was haben wir denn hier alles? … Machen sie mal so … halten sie mal hier die Stellung … und dann noch da … und noch dort …“ und so ging das eine Weile. Dann kam ich in den nächsten Raum. Hier kam eine blonde Frau in einem blauen Kittel und mit einem sehr ausdrucksstarken und fröhlichem Gesicht. Sie schien die ganze Zeit zu lachen. Mit leichtem ostdeutschem Akzent meinte sie dann: „Sooo … wir brauchen nun etwas Blut von ihnen.“ Ohje … und das bei meiner Spritzenpanik! Auf der linken Seite von mir war eine weitere Schwester, die damit anfing mir an Daumen und Zeigefinger so was wie Fingerfallen zu stecken. „Nur die Ruhe … wir werden nun ihre Hand etwas abhängen.“ Mit diesen Fingerfallen an einem Gestell aufgehängt bekam ich dann noch ein Gewicht von bald 10 Kilo an meinen Ellenbogen gehängt – die Hand war außer Gefecht gesetzt!

Auf der anderen Seite kam die Spritze. „So das haben wir gleich.“ ertönte eine fast lachende Stimme. „Aaahhhrrgg … NEIN … HILFE!!!!!“ schrie ich nur noch und versuchte trotz Schmerzen schier am ganzen Körper mich dagegen zu wehren. Nach ca. 20 Minuten hatte sie es aber doch geschafft. Mit ihrer lachenden Stimme hatte sie mich gar beruhigt. Okay – das Ding war drin … das war somit geschafft. Alle weiteren Nadeln sollten (mit einer Ausnahme) nur noch unter Betäubung in mich rein gebracht werden.

Nach einer Weile kam die ständig lachende Frau im blauen Kittel wieder und meinte: „Sie wissen ja: Das …“ und zeigte dabei auf die abgehängte Hand „nennt man eine Frauenfalle. Irgendwie witzig, oder?“ und verschwand wieder. Was sollte ich nun davon halten. Massenweise Frauen und ich in der Falle – toll!

Es war halb Zwölf durch als ich in ein Zimmer geschoben wurde. Zwei weitere Patienten waren bereits in diesem Zimmer einquartiert. Und so erschöpft wie ich war, so war an Schlaf aber kaum zu denken. Ich wusste bis dahin noch gar nicht, was für Muskeln man bei den simpelsten Bewegungen alle bewegt …

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