Fahren in der Dunkelheit

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Jetzt weiß ich, warum es letztens im Murgtal zu dunkel war!

Gestern bin ich sehr spät von Freunden aus dem Umland zurück in die Stadt gefahren. Und wieder war es so dunkel auf der nächtlichen Straße. An einer Ampel am Stadtrand kam dann ein PKW neben mir auf der zweiten Fahrspur zum halten, an dem ich kurz vorher vorbei gefahren war. Der Fahrer ließ sein Fenster runter, hupte kurz um meine Aufmerksamkeit zu bekommen und meinte dann: „Kann es sein, dass Sie nur mit ihrem Standlicht fahren?“ … Standlicht? … bei dieser Schlüsselstellung? … der Motor läuft – da sollte das Abblendlicht an sein! Es gibt bei dem Kälbchen keinen extra Schalter für das Abblendlicht. Es gibt eine Schlüsselstellung, bei der der Motor nicht gestartet werden kann, in der dann nur das Standlicht an ist. Doch wenn der Motor läuft … ?!

Nun, am helligen Tag ist der Unterschied zwischen Standlicht und Abblendlicht eigentlich nicht wirklich feststellbar. Auch existiert nur für das Fernlicht eine Kontroll-Leuchte in den Armaturen. Auch in der gut beleuchteten Stadt ist der unterschied nicht wirklich aus zu machen. Doch kenne ich ein paar Orte in der Stadt, an denen keine Laternen existieren … und siehe da: KEIN ABBLENDLICHT! … Ich stand bei laufendem Motor absolut im Dunkeln – nur mein Rücklicht oder der Blinker hat etwas die Nacht erhellt.

Für Heute hatte ich aber versprochen bei der Verabschiedung der Jüngsten einer Bekannten von dem Kindergarten ein paar Fotos zu machen. Doch lange lies ich mir da nicht viel Zeit, denn das Lichtproblem fuchste mich gar sehr und ich wollte zu meiner Werkstatt. Denn ich hatte bei dem nächtlichen Beleuchtungstest auch fest gestellt, dass der Schalter meiner Lichthupe nicht funktionierte (wenn auch das Fernlicht selber funktionierte). Somit lag die Überlegung nahe, dass vielleicht bei der Verdrahtung des Lenkers nach meiner letzten Rutschpartie irgend etwas nicht richtig angeschlossen wurde o.ä. So viele Nachtfahrten hatte ich ja diesen Monat noch nicht gemacht. Nur hätte mir vielleicht bei der Rückfahrt von Aalen ja schon was auffallen sollen … doch da hatte ich ja nach der Dämmerung diesen LKW fast die ganze Zeit vor mir. …. hmm.

Also war ich bereits am frühen Nachmittag in der Werkstatt. Der Techniker kommt und „Wir schauen uns das gleich mal an. Geht ein paar Minuten.“ „Ich geh ’nen Kaffee trinken“ und deute mit dem Finger zur ‚Biker-Bar‘. Das ist irgend wie schon ein Service: In Mitten der ganzen Motorrädern steht ein einsamer Tresen mit ein paar Barhockern drum herum. Daneben ein halbhohes Schränkchen mit Tassen und zwei Zwei-Liter-Kannen Kaffee zur Selbstbedienung. Über dem Ganzen ein Schild mit der Aufschrift ‚Biker-Bar‘ … und Aschenbecher stehen auch auf dem Tresen … hat schon was.

Während ich also eine Zigarette rauche und mir das schwarze Lebenselixier einflöße kommt auch wieder der Techniker aus der Werkstatt mit der Diagnose. „Es ist die Windung für das Abblendlicht in der Birne kaputt. Auch der Schalter für die Lichthupe ist defekt. Es ist zwar nur ein einfacher Wippschalter, doch ist der so in den Schalter-Armaturen integriert, dass es sich eigentlich nicht lohnt diese gar zu wechseln … solange doch das normale Fernlicht und alles andere funktioniert. Die Glühbirne wird gleich gewechselt.“ Also schenke ich mir den nächsten Kaffee ein und begutachte die H-D Fat Bob und diesen sehr schön hergerichteten Honda-Klassiker zwischen den neuen BMWs.

Nach dem ich mir auch mal wieder die neue F800GS mit den, für BMW gefertigten TT-Koffersystem angesehen habe, mache ich mir am Tresen wieder eine Zigarette an. Da ruft es von Vorne „Herr …, Ihre Maschine ist fertig!“. So schnell hatte ich eine Zigarette ja schon lange nicht mehr weg geraucht … unter drei Minuten – oder besser: Knapp etwas bei einer Minute und ich war am Verkaufstresen. Vor allem war ich nun auf die Rechnung gespannt.

Da steht jetzt ein, wie ich denke, Azubi vor mir mit der Schachtel einer Scheinwerferbirne in der Hand. „Eine neue Birne … macht 9,30“ … Nachdenklich frag ich „Habt ihr sie nicht gleich eingebaut?“ Er schaut auf die Schachtel, holt die Birne raus und meint „Die sieht neu aus“. Neben dran grinst ein Techniker „Schau s’e dir mal g’nauer a'“. Der Lehrbub begutachtet das Teil und braucht dazu etwas Zeit. Doch dann „Ahh … ja … da ist eine Windung kaputt.“ „Macht dann …?“ Er schaut auf den Monitor vor sich, lässt die Rechnung raus und meint „9,30“. Okay … mit Einbau … cool. Und ich zieh einen Zehner aus meinem Geldbeutel.

Nach dem Werkstatt-Aufenthalt cruiste ich erst mal etwas durch die Gegend, denn ich hatte noch einen Termin und wollte wegen einer Stunde nun auch nicht nach Hause. Dabei ist mir vor allem eines aufgefallen: Wenn ich an einer Ampel hinter einem Auto stehe, dann reflektiert das Nummernschild … also scheint das Abblendlicht wieder ordnungsgemäß zu funktionieren. Na denn … mal sehen bei der nächsten Nachtfahrt.

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