mal wieder nach Donaueschingen

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Eigentlich wollte ich auf der Hinfahrt noch einen kleinen Abstecher in Freiburg machen um einen Freund zu treffen. Doch hatte dieser kurzfristig absagen müssen. Also sollte mich der Weg direkt nach Donaueschingen zu der Geburtstagsfeier eines Freundes quer durch den Schwarzwald führen. Auch das Wetter war wieder gemischt angesagt, aber es sollte mir wohl gesonnen sein.

Da ich mir morgens etwas Zeit gelassen hatte, schon weil ich ja doch nicht über Freiburg fahren würde, kam ich etwas unter Zeitdruck. Also lenkte ich mein Moped von Gernsbach direkt über das Murgtal ohne meinen sonst üblichen Umweg über Müllenbach an dem Schloss Brug Eberstein vorbei nach Forbach. Es war schier wie eine Woche zuvor, als ich nach Aalen gefahren bin: Im Rückspiegel waren dunkle Wolken zu sehen und vor mir sah es nicht wirklich besser aus. Nur dieses Mal waren die Straßen trocken – also doch etwas besseres Wetter.

Der Weg nach Freudenstadt war für mein Kälbchen fast schon Routine und spulte die Kilometer eigentlich wie von selbst ab. Danach kam ich dann langsam in Gegenden, in denen ich noch nicht so oft unterwegs war. Aber ich hatte ja wie immer meine ausgedruckten Karten dabei. Zusätzlich war ich noch mit einer weiteren Karte aus einem Motorrad-Kartenset ausgestattet. Damit sollte ich auf jeden Fall den richtigen Weg finden können.

Die Sonne kam immer mehr zum Vorschein, um so länger ich im Sattel saß. Dem entsprechend traf ich auch immer öfters auf andere Zweirad-Fahrer – nicht nur motorisierte. Selbst als nach Schramberg der Himmel wieder dunkler wurde und auch die Straßen hier und da kleine Flecken einer erhöhten Luftfeuchtigkeit aufzeigten, schienen sich kaum die Zweiräder daran zu stören. So kam ich dann kurz nach Mittag in Donaueschingen an.

Es war wie jedes Jahr eine recht fröhliche Runde und die Verköstigungen exzellent, was auch an den Profi-Köchen in der Runde schon immer herrührte. Doch diesmal versuchte ich mich doch etwas mit dem Essen zurück zu halten, da mit zu vollem Magen selbst das Motorradfahren etwas anstrengendes haben kann. So ließ ich dieses Jahr den Nachtisch aus (es gab diesmal eh nicht mein geliebtes Tiramisu) und machte mich recht früh kurz nach 20 Uhr auf den Heimweg.

Zu erst war ich noch an einer Tankstelle bevor ich mich auf den langen Marsch nach Hause machte. Ich tankte erst mal voll, da auf den letzten Metern zu meinen Gastgebern die Reserve aufleuchtete, und überprüfte meine Reifen, die endlich auch ihre Luft zu behalten schienen. Auch der Grip wurde in den letzten zwei Wochen immer besser. So konnte ich dann unbeschwert los düsen.

Kurz nach Donaueschingen, so bei Wolterdingen war dann ein weiteres Krad hinter mir. An einer Ampel bei Villingen konnte ich dann auch kurz den alten Straßenkreuzer beäugen. Normalerweise mache ich mir kaum Gedanken, wenn ein zweites Moped hinter mir ist, doch in diesem Fall schien mich dieser zu verfolgen. Erst nach Freudenstadt, als ich von der B294 kurz vor Seewald zum Murgtal rüber auf die B462 abbog, trennten sich unsere Wege. Mein zufälliger Begleiter kannte sich in der Gegend des südlichen Schwarzwaldes wohl auch nicht besonders gut aus, denn auch er machte immer etwas langsam und vermied es richtig zu mir auf zu schließen, wenn ich gerade selber mich umsah um den richtigen Weg beizubehalten. Was gerade bei zwei größeren Baustellen nicht unbedingt einfach war. Auf der einen Seite fand ich dies aber gar beruhigend, denn wenn alle Stricke gerissen wäre (oder gar schlimmeres passiert wäre), so wäre man nicht alleine gewesen. So fing ich selber irgend wann an zu versuchen, ihn nicht aus meinem Rückspiegel zu verlieren. Im Nachhinein dachte ich mir sogar, dass man vielleicht mal anhalten sollte um zu erfahren, wer der Begleiter war.

Doch war ich im Murgtal dann wieder alleine unterwegs. Dort schien mir dieses Mal die Nacht sehr dunkel zu sein, was wohl auch an dem fehlenden Mondschein lag. Nur die anderen Scheinwerfer der Autos erhellten hier und da etwas mehr die Straßen. Aber die Dunkelheit schien gar das Fernlicht schlucken zu wollen und alles war in einem düsteren Schwarz gehüllt. Selbst die Leitpfosten wollten das Licht der Scheinwerfer nicht mit ihren Reflektoren wieder zurück geben, an denen man den Verlauf der Straße erahnen könnte. So hatte dieses Teilstück den Hauch eines Blindfluges durch die Nacht, weswegen ich dann auch meine Geschwindigkeit erheblich drosselte. Zwar schien es ein Auto hinter mir nicht gerade zu gefallen, doch obwohl er ein mal zum Überholen ansetzte, dieser dann aber lieber hinter mir blieb. Erst ab Gernsbach wurde die Nacht wieder etwas heller, so dass ich mich entschloss über die B36 ab Rastatt die letzten Kilometer zurück zu legen.

Bis zum Murgtal war es eine angenehme Fahrt durch die Abenddämmerung. Doch dann war ich nach der Nachtfahrt froh wieder vor meiner Türe angekommen zu sein. So dunkel ist mir bis heuer noch keine Nacht vorgekommen.

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