Suche nach kleinen Wegen

Nach dem es gestern etwas verregnet war, wollte ich heute das trockene Wetter ausnützen, um mich wieder der Suche nach kleinen Nebenstraßen im Schwarzwald zu widmen. So recherchierte ich dann auch über Mittag ein paar Strecken, die viel versprechend aus sahen.

Track vom 16.05.2009Zu erst trieb ich mein Kälbchen über den Dobel um dann in Höfen an der Enz erst mal wieder vollzutanken. Danach ging es dann die B294 weiter bis zum Ende der nächsten Ortschaft. Von den mitgenommenen Karten wusste ich, dass hier irgend wo ein Weg zwischen den Bundesstraßen zu kleineren Dörfern abgehen müsse. Doch wäre ich beinahe vorbei gefahren, wenn es nicht eh fast die letzte Abzweigung in dem Ort gewesen wäre.

Es ging auf einer kleinen Straße durch den Wald weiter. Man hätte diese Straße gar für einen reinen Forstweg halten können, doch wurde mir am Anfang der Straße versichert, dass es sich um eine normale Straße handeln würde. Diese Straße führte mich nach Würzbach, einem kleinen Dorf in Mitten der Vergessenheit des Schwarzwaldes. Ich war so von dieser Idylle fasziniert, dass ich erst mal eine kleine Fotopause machen musste. Ein paar Meter weiter der Hauptstraße folgend auf einer kleinen Anhöhe hielt ich dann nochmals für ein paar Fotos.

Doch dann ging es erst mal weiter durch die Abgeschiedenheit einer Region fernab jeglichem städtischem Trubel. Weitere kleine Dörfchen wurden durchquert. Kaum wo war jemand zu sehen. Es war eine Gegend, die eine Ruhe ausstrahlte, als wäre man Jahrzehnte in der Vergangenheit gelandet und die Zeit stehen geblieben.

In Breitenberg suchte ich dann nach einem Weg, der auf den Karten einige schöne Kurven im Wald versprach. Doch zu erst musste ich mich wieder kräftig verfahren. Der von mir gesuchte Weg war nirgends beschildert. Als ich merkte, dass ich mich wieder verfranzt hatte und nicht da war, wo ich eigentlich hin wollte, fuhr ich langsam wieder zurück. Die kleinen Nebensträßchen beobachtend bemerkte ich dann einen Weg, der in den Wald führte. Ich begab mich zu diesem Weg und da ich kein Schild fand, dass mir eine Durchfahrt verbieten sollte fuhr ich weiter.

Nach einem kleinen Wäldchen teilte sich der Weg mehrfach und verirrte sich teilweise auf verschiedenen Äckern. Um mich wieder neu zu orientieren hielt ich an, studierte meine Karten und wurde dabei von einem Traktor überrascht, der mich beinahe um gefahren hätte. Der Bauer entschuldigte sich kurz vom Führerstand herab und fuhr seines Weges weiter. Da er keine weiteren Anstalten machte, war ich mir langsam sicher, dass ich hier auch fahren durfte. Also machte ich mich wieder auf meinen Weg und folgte einer fast schon Piste in den nächsten Wald.

Am nächsten Waldrand kam ich an eine Kreuzung, an der auch eine kleine Blockhütte stand. Hier pausierte ich erneut und erkundete die Gegend. Als erstes fand ich einen düsteren Waldweg, der eigentlich schon fast nur ein Trampelpfad glich. Doch gingen Reifenspuren dort entlang und diese schienen zumindest von einer Crossmaschine her zu stammen, da sie für ein Mountenbike zu breit waren. Es war kein Schild zu sehen, dass das Befahren dieses Weges nicht verbieten würde, doch folgte ich ihm erst mal zu Fuß. Etwas weiter im Wald wäre für ein Auto hier kein Durchkommen mehr möglich, aber mit einem Zweirad wohl schon. Nur wollte ich es nicht an testen, da für den schlammigen Untergrund meine Bereifung kaum geeignet erschien.

Ein paar Meter des Hauptwegs entlang stand an der Seite eine Informationstafel. Es war hier auch eine Karte der Gegend abgebildet, an der ich mich etwas orientieren konnte um mich nicht wieder zu verfahren. Und nach einer abschließenden Zigarettenpause machte ich mich wieder mit meinem Moped auf den Weg.

Bald darauf befand ich mich zwischen Feldern auf einer Kreuzung mit einem einzelnen Baum am Rande. Fünf Wege gingen von hier ab. Zwei Ortschaften waren in nächster Umgebung zu erkennen. Eine ältere Frau, die einen der Wege entlang kam, erklärte mir die Wege und wohin sie führten. Darauf hin konnte ich meinen Ausflug weiter fortsetzen und fuhr zum nächsten Wald hin.

Wieder kam ich durch ein paar kleine Dörfer. Und da sich auch schon die Sonne langsam dem Horizont näherte beschloss ich mich langsam auf den Heimweg zu machen. So suchte ich nach der nächsten Bundesstraße und einem Wegweiser nach Bad Wildbad. Dadurch kam ich wieder auf eine kleine Nebenstraße durch den Wald. Diese ließ zwar von ihrer Beschaffenheit zu wünschen übrig, doch war entsprechend auch kaum Verkehr dort um bequem nach Bad Wildbad gelangen zu können. Der Rest war dann schon fast eine Routine-Strecke über Höfen, Marxzell und Ettlingen nach Karlsruhe.

Es war ein gediegener Ausflug und mir war klar, dass ich in dieser Gegend noch des öfteren nach kleinen Wegen suchen sollte. Denn diese kleinen Sträßchen waren kaum von jemand anderem befahren und man hatte so seine absolute Ruhe um in Harmonie mit seiner Umgebung cruisen zu können.


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