falsche Richtung

Wie gestern schon vor geplant sollte heute eine Schönwetter-Tour nach Worms angegangen werden. Dafür dachte ich zwar zu erst, dass ich meine neue Lederjacke mal anteste, doch kam mir beim spätmorgendlichen Lüften der Bude der Wind doch noch etwas frisch vor und so zog ich dann lieber wieder die gefütterten Textil-Klamotten der letzten Tage an. Dies sollte sich gar als richtige Entscheidung heraus stellen, obwohl ich beim Festmachen des Tankrucksacks mir doch Zweifel daran kamen, da es im sonnigen Karlsruhe bereits recht warm in der Vormittagszeit war.

Als ich meine Abfahrts-Zigarette rauchte kam der Ladenbetreiber von schräg gegenüber, für den ich mal einige Computersachen gemacht hatte, vorbei und wir quatschten über Krads. Dadurch standen wir einige Zeit vor dem Haus und ich war froh irgend wann den Fahrtwind als Abkühlung mir um die Nase wehen zu lassen – mit den gefütterten Klamotten wurde es schon warm.

Treu meiner Devise (keine Autobahn) begab ich mich erst mal auf die alte B36 in Richtung Norden. Aber kaum den Landkreis Karlsruhe verlassen wurde der Himmel wieder stark bewölkt. Fast dachte ich gar es würde noch zu Regnen beginnen, doch davon blieb ich zum Glück verschont.

Die ganze Fahrt bis Worms musste unter diesem Himmel bestritten werden. Auch am Ziel selber war es nicht besser. Dazu kam noch, dass überall, wo ich dachte ein paar Fotos machen zu können, eine Baustelle war. Man könnte fast meinen, das alle Gemeinden diese Jahreszeit zum Frühling hin nützen wollen um ihre denkmalgeschützten Bauwerke u.ä. zu restaurieren.

Auf Grund dieser schlechten Voraussetzungen blieb ich nicht lange in Worms und machte mich nach ein paar wenigen Fotos und einer Bratwurst mit Brötchen und ’nem Kaffee wieder auf den Rückweg. Um nicht wieder durch Mannheim zu müssen entschied ich mich zu einen kleinen Umweg über die B3. Als ich dann nach Lampertheim wieder auf badischen Boden kam, tat sich die Sonne wieder auf. Interessant war auch die Beobachtung, dass bis dato kaum andere Motorradfahrer gesehen wurde. Unter sonnigem Himmel hatte sich aber auch dieses wieder geänderte. Auf diese Weise wurde wenigstens noch der Ritt in der untergehenden Sonne zu einem Genuss.

Eigentlich erhoffte ich mir mehr Sonne vom heutigen Tag, doch hatte ich wohl die falsche Richtung dafür eingeschlagen. Vielleicht hätte ich doch Strasbourg als alternatives Ziel ansteuern sollen. Aber für morgen ist hier am Oberrhein ja wieder etwas mehr Sonnenschein angesagt, wie im restlichen Deutschland. Und dann ist ja noch Sonntag – da sollte ein entsprechender Ausritt morgen eher mal ein sonniges Vergnügen werden.

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