Schlechtes Wetter und so …

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Bei diesem Wetter-Chaos in der letzten Woche und bei dem erneuten Wintereinbruch diese Woche bin ich nur die nötigsten Wege gefahren – also keine Touren mehr. Doch hat sich der Aktionsradius und die Anrufe wegen Rechnerproblemen um einiges erhöht. So kam es dann auch, dass gestern mein Kälbchen gar einen Ruhetag genießen konnte. Heute jedoch hatte ich einen Termin bei meinem „Freundlichen“ (BMW-Händler) zur 10.000er Inspektion. … und das bei dem Wetter!

Zwar waren gestern wieder die Dächer weiß, aber tagsüber hatte sich der Niederschlag doch in Grenzen gehalten und die Straßen waren eigentlich befahrbar. (Das hatte ich mit dem Fahrrad getestet.) Doch heute … beim Aufstehen waren sogar meine Dachfenster eingeschneit. Aber es schneite nicht mehr, sondern es regnete. „Hmm … das könnte glatt werden“, dachte ich so bei mir. Also erst mal sehen, was der Tag noch so bringen könnte … und ab an den Rechner, auf wetter.com – mal den Niederschlagsradar ansehen. … das sah gar nicht gut aus!

Nach zwei Stunden, so gegen 10 war nicht wirklich eine Veränderung der Wetterlage zu beobachten. Aber der Termin stand fest … also in die Motorradklamotten und los. Während der Befreiung meines Mopeds von der Abdeckplane kam einer der Hausmeistergehilfen und fing an einen Meter von der Hauswand her den Gehweg frei zu räumen und danach auch etwas zu streuen. Der Rest – und somit auch der Abstellplatz meines Gefährts – blieb verschneit. Unter meinem Vehikel war es aber durch die Plane trocken. Doch als ich dann eigentlich den Seitenständer einklappen wollte und gerade etwas die Maschine aufrichtete, mich mit dem rechten Fuß am Boden abstützend, bemerkte ich die Gefahr unter mir – mein Fuß rutsche einfach weg. Nun gut, erst mal auf dem Stück, das von der Plane trocken gehalten wurde einen festen Stand gesucht, den Ständer ein geklappt, den Motor angeworfen und hoffen, dass ohne großartiger Rutschpartie der frei geräumte Gehweg erreicht werden konnte – ohne auf das Haus drauf zu fahren. Das war eigentlich Routine, da ich ja immer so zur zwei Meter entfernten Hofeinfahrt hin rolle um dann meinen Weg zur Straße normal bahnen zu können. Und es klappte auch … nur war die Einfahrt selber immer noch eingeschneit. Aber es kam gerade kein Auto – also mit einem Linksrutscher des Hinterrades bei der Rechtskurve auf die Straße die eigentliche Fahrt angetreten. Die Straße selber war zwar nass, aber nicht glatt … puh!

Jetzt die eigentliche Fahrt zum Händler. Bei dieser stark erhöhten Luftfeuchtigkeit sollte es besser sein mit geschlossenem Visier zu fahren, dachte ich … Ergebnis: Blindflug – Visier beschlug unverzüglich. Also das Visier wieder auf – und das ganze Spritzwasser des Vordermanns im Gesicht und auf meiner normalen Brille … wieder Blindflug! Okay … das Visier auf die Stellung zum kleinsten Spalt bevor es komplett zu ist … alles unterhalb vom Mund war zwar nass, aber ich hatte wenigstens etwas gesehen. Nur an den Ampeln wurde es wieder zu einem Problem. „Also mal sehen, ob man mit einer grünen Welle durch kommt.“, war dabei mein Gedanke. Doch in so einem Fall spielt Murphy wie immer nicht mit – und wenn mal eine Ampel doch bei Grün erwischt werden konnte, dann war da mal wieder so ein Regenwetterpaniker, der mit seiner vierrädrigen Verkehrsbehinderung nicht vom Fleck kam. Wann werden diese Dinger endlich mal verboten – die stehen doch eh nur im Weg rum.

Na endlich … an der großen Kreuzung am Messplatz angekommen. Jetzt kam ein zweispurig ausgebautes Straßenstück über die Autobahn. Zwar hinter der Polposition an der Ampel, doch der Vordermann kam gut weg und die Verkehrsbehinderung neben ihm hatte wohl die Pedale verwechselt. Also gleich auf die andere Seite gezogen und ab … freie Fahrt – Juhe!

In Durlach aber wieder eine rote Ampel (was ja irgendwie zu erwarten war). Der Querverkehr rollte – blieb stehen – Gang rein … abbiegende Straßenbahn kam vorbei – Querverkehr rollte wieder … AAAHHHRRRGGG!!! … Visier und Brille komplett beschlagen – Mist! Nun gut, Visier ganz auf und über die Brille geschielt. Zumindest konnte ich so die Ampel und auch wieder etwas von der Straße sehen. … hmmm.

Nach einer weiteren Tram ging es aber dann endlich weiter. An der nächsten Ampel ging ’s dann nach rechts … Wow – die hatte ich sogar mal bei Grün erwischt. Aber … schon wieder so ein rumkriechender Schrotthaufen eines zu stark bereiften rollenden Verkehrshindernisses. Und nach dem er so durch den ganzen Stadtteil geschlichen war, hatte er wohl keinen Parkplatz gesucht – dann wäre es vielleicht noch verständlich gewesen.

Nach weiteren zwei Ampeln und sogar ohne weiteren aufhaltenden Schlechtwetter-Panikern kam ich irgendwann bei meinem Händler an. Zwar etwas genervt, doch froh endlich da zu sein.

So nach drei Stunden (und einer Kanne Kaffee) war dann auch mein Moped wieder fit. Darauf machte ich mich auf den Weg zu einem Kumpel in der Nähe, der am Wochenende aus Kroatien zurück kam. Also auf die B3 wieder durch Durlach.

Schön, der LKW vor mir bog auf die Schnellstraße ab – somit frei Fahrt nach Durlach rein, die erste Ampel – auf Grün … und … warum fuhr ich schon wieder mit Schritt-Tempo auf der Hauptstraße? OKay … es ist ein Fahrschulauto … da wollen wir mal nachsichtig sein. Hoppel, hoppel … das Auto stand. Und wieder: Hoppel, hoppel … und … noch ein Hoppel – ich stand an der (mittlerweile) roten Ampel, das Fahrschulauto darüber. Ein paar Fahrzeuge kreuzten den Weg, das Fahrschulauto hoppelte weiter zur nächsten Ampel. Meine Ampel wurde grün und ich fuhr ausnahmsweise gerade mal im zweiten Gang an das Fahrschulauto langsam heran. Kurz vor der nächsten Ampel wurde auch diese Grün und der Fahrschüler schaffte es endlich in eine flüssige Fahrweise rein zu kommen. Zwar nicht gerade zügig, doch schneller als so manch anderer an diesem Tage. Und zum Glück war das dann auch der letzte etwas zögerliche Fahrer an diesem verregneten Tag.

Doch warum müssen an solchen Schlechtwetter-Tagen immer so viele Verkehrsbehinderungen einem im Weg rum kreuzen, wenn man doch eigentlich nur froh ist, wieder nach Hause zu kommen. Die sollten alle mal Moped fahren bei dem Wetter – dann würden die sich vielleicht so was auch schnell abgewöhnen (wenn sie es überhaupt überleben – aber dann wären sie ja auch von der Straße).

PS.: Bitte verzeiht mir den Sarkasmus gegen die Autofahrer-Fraktion.

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