dem Wind trotzend

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Und wieder ein Tag mit strahlendem Sonnenschein. Da kann sich ja wohl jeder denken, dass ich mein Kälbchen gleich wieder auf die Straße treiben musste. Über Skype hatte ich dann auch noch einen Bekannten angeschrieben, ob er gar auch Lust für eine Kleine Tour habe. Doch er ist im Moment gerade beim Umzug und habe die Handwerker im Haus … nächstes Wochenende vielleicht. Nun gut, fahr ich halt wieder alleine.

Diesmal ging der Weg nach Heilbronn … und natürlich über die Landstraße. Im Prinzip ist es sogar eine Bundesstraße, die B293. Doch im Vergleich zu anderen Bundesstraßen hier in der Gegend, ist diese nicht zweispurig ausgebaut; und auch nicht immer nur gerade aus, sondern hat ein paar leichte Kurven-Kombinationen – eigentlich das richtige, um mal langsam für die Serpentinen reichen Landstraßen im Schwarzwald und im Pfälzerwald zu üben. Hmm … okay, nicht wirklich – aber Spaß hatte es heute trotzdem gemacht. Da hier auch ein reger Verkehr herrscht, war das LKW-Hopping ein richtiger Grinsemacher. Vor allem, wenn diverse PKW-Fahrer sich nicht wirklich trauen an dem kriechenden LKW vorbei zu ziehen (wohl auch, weil sie nicht wirklich was sahen) und man dann von hinten erst mal einen Gang wieder runter – Gas auf drehend … und ab an dem ganzen Treck (von teilweise drei bis vier Fahrzeugen) vorbei gezogen. Oh man, machte das Laune!

Kurz vor Heilbronn piepte es in meinem Ohr. „Hallo? … ist da wer?“ Irgend jemand spricht da auch, doch bei dem Wind sind die Fahrgeräusche so laut, dass ich einfach nichts verstanden habe. „Ich rufe zurück, wenn ich im nächsten Ort bin!“ … und wieder ein Piepsen. Das schien aber diesmal eine SMS zu sein. Also in Heilbronn suchte ich mir dann erst mal ein Cafe und dann „schau ma‘ mal“. In der Stadt wurde sich an den Schildern zum Zentrum orientiert. Und auch ein Parkplatz ward schnell gefunden. Moped abgestellt und kurz umgesehen … da über der Straße schien genau das richtige zu sein – über dem Lokal stand: The Best Rockcafe … „na wenn das mal nicht gut klingt.“

Beim Eintreten klang es aber nicht sehr rockig … irgend ein Radiosender in einer mir nicht bekannten Sprache beschallte die Räumlichkeiten. Am Tresen lagen Zeitschriften, aber auch hier konnte ich nicht einmal die Überschriften entziffern – wenn es sich auch um lateinische Buchstaben zu handeln schien. Ein junger Bursche kam aus dem Nebenzimmer, von dem Billard-Geräusche heraus klangen, auf mich zu. In leichtem Slang fragt er mich „Was kann ich für sie tun?“ Ich schaute mich mit fragwürdigem Gesichtsausdruck um … keine weiteren Gäste zu sehen … doch war der Wind wieder eisig und so fragte ich zurück „Habt ihr einen Kaffee zum aufwärmen für mich?“ Der Kerl verschwand hinter dem Tresen und stellte mir kurz darauf eine Tasse dieses schwarzen Lebenssaft hin. Danach verschwindete er wieder in dem besagten Nebenzimmer.

Ich überprüfe dann erst mal mein Handy: „Ah – meine neue Handschuhe sind da … na da werd ich mich wohl auch gleich wieder auf den Rückweg machen“. Nach dem Gedanken kam ein weiterer Mann, um einiges älterer wie der erste, aus dem Nebenzimmer. Während einem kleinen Smalltalk erzählte er mir, dass er erst eröffnet habe, zwei Kegelbahnen noch im Keller und ein paar Zimmer zum vermieten habe. Beim zweiten Kaffee bat er mich dann auch noch ein paar Flyer hier und da liegen lassen zu können, wenn ich so auf Tour wäre; und er legte mir fünf Zettel hin. „Na gut“, dachte ich mir, für die paar Kaffee kann ich die Zettel ja mal mit nehmen. Doch nach dem dritten Kaffee ging ich dann wieder zu meinem Moped.

Der Rückweg war genauso erquickend, wie der Hinweg. Auch wenn der Wind gar kaum schwächer wie am gestrigen Tage war, so kam er einem lang nicht so stark vor. Das dürfte aber auch an dem weniger weit offenen Land liegen. Schön war’s!

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