die Sache mit dem Schlafen

Schon im Krankenhaus hatte ich damit so meine Probleme. Nicht nur dass mir das Bett dort einfach zu klein erschien, nein, die Schmerzen der Prellungen an den Rippen und der Zerrung am Rücken zwischen den Schulterblättern bereiteten mir immer wieder Schmerzen.

In meinem Bett zu Hause hatte ich dann endlich wieder meinen gewohnten Ausdehnungsplatz und musste nicht immer Angst haben aus dem Bett zu fallen, wenn man sich mal zur Seite drehen würde. Doch da war ja noch die Sache mit den Verletzungen …

Die erste Nacht im heimischen Bett stand an. Bereit um hinein zu steigen, stand ich nun neben meinem Bett – ein Futonbett mit einer Matratze von 1,40m auf 2,20m. Ich setzte mich auf die Seite, ließ mich auf meine rechte Seite nieder und schaffte es so zumindest mal im Bett zu liegen ohne großartig Schmerzen zu haben – Okay, das wäre geschafft. Nun musste ich mich aber auf die andere Seite rollen (wie ich es ja normalerweise auch immer mache) um das Licht aus zumachen. Also erst mal auf den Rücken und … „AAAAAHHHHRRRG …“, da war was! Das Problem mit dem „Wohin mit dem geschienten Arm“ war hierbei erst mal das geringste. Nein, so wie ich nun auf dem Rücken ausgestreckt da lag, so wurde auch mein Torso etwas gestreckt – und das wollten meine Rippen so gar nicht, wie sie sich dann auch schmerzhaft dazu äußerten. Doch dem nicht genug: Auch mein Rücken gefiel das nicht, da ich durch die Schmerzen am Brustkorb mich etwas nach oben bewegen wollte und schier in dieser Haltung verkrampfte. Sämtliche Beherrschung zusammen genommen versuchte ich nun mich erst mal zu entspannen um den Schmerzen zu entgegnen. Es brauchte seine Zeit und so lag ich nun da – auf dem Rücken … und das Licht war noch an.

Das Licht – so wird das nichts mit schlafen. Also der nächste Schritt: Versuchen auf die Linke Seite zu kommen. Oh, das klappte sogar einigermaßen mit relativ wenigen Schmerzen. So lag ich nun da den linken Arm von mir leicht angewinkelt ausgebreitet, damit ich mich darauf legte. Und dann die rechte Hand ausgestreckt um zum Schalter zu kommen … So ein großes Bett für sich alleine hat ja schon was, nur kam ich so nicht an den Schalter ran – und mit dem Oberkörper sich etwas aufrichten war auch nicht drin. Hmmm … was nun?

Die nächste Möglichkeit war, erst das Licht ausschalten und dann im Dunklen versuchen ins Bett zu kommen. Also begann ich die schmerzhafte Tortur zurück um wieder aus dem Bett zu kommen. Es ging eine Weile, doch nach einigen Minuten war es geschafft. Dann um das Bett gehen und den Schalter bedienen war kein Problem. Jetzt musste ich mich aber langsam und mit Vorsicht am Kopfende des Betts wieder auf die andere Seite mit den Füßen tasten und … „Autsch!“, das war die Dachschräge. Okay – zumindest ein Hinweis, dass ich genug Platz haben sollte um mich nicht noch im Bett nach unten bewegen zu müssen, da sonst der Kopf aus dem Bett ragen würde. So also wieder hingesetzt und auf die Seite gelegt.

Hmm … doch wie sollte ich nun schlafen? Das Problem hatte ich ja auch schon im Krankenhaus. Wenn ich so auf der rechten Seite liegen bleiben würde, dann sollte der geschiente Arm mir auf die geprellten Rippen drücken. Auf der linken Seite, vorausgesetzt ich würde die Plackerei dorthin wieder auf mich nehmen, sollte ich auf dem nicht zu verdrehenden Arm liegen – und dann waren da ja auch wieder die Rippen. Und dadurch, dass das Bett hier nicht im Kopfbereich (elektrisch) wie im Krankenhaus leicht aufgerichtet werden könne, sollte auch das mit dem Schlafen auf dem Rücken ein Problem werden, wie ja zuvor durch den ersten Versuch, das Licht aus zu machen, festgestellt werden konnte.

Es wurden alle möglichen Stellungen ausgetestet: Auf der rechten Seite, den geschienten Arm am Körper entlang zu den Beinen hin – er rutschte durch das Gewicht der Schiene immer wieder runter und birgte die Gefahr sich zu verdrehen. In selbiger Position aber den Arm nach Vorne abstützend – einerseits drückte es auf die geprellten Rippen, andererseits konnte ich ja auch meine Hand nicht richtig zum Abstützen des Arms verwenden, da sonst das Handgelenk unter Druck stand.

Auf der linken Seite ein ähnliches Spiel: Erst mal die Decke etwas unter den Bauch geklemmt um nicht direkt auf den geprellten Rippen aufzuliegen – blödes Gefühl im Bauch. Dennoch den linken Arm versucht irgend wo so abzulegen, dass er einerseits nicht verdreht, andererseits auch nicht durch sein Eigengewicht unter Druck steht – mal nach oben, mal nach unten … hatte nicht wirklich einen Erfolg gebracht.

Oder dann doch Rückenlage? Hier musste ich es erst mal schaffen ohne Schmerzen überhaupt nur da liegen zu können. Und auch wenn irgend wann die Schmerzen nachgelassen haben, dann war da auch wieder die Frage mit dem geschienten Arm. Einfach an der Seite liegend begann er sich leicht zu verdrehen – Schmerzen. Auf den Bauch gelegt drückte auch die Schiene auf die Verletzung – wieder Schmerzen. Nur wenn ich mein linkes Bein leicht angewinkelt zur Seite legte, meinen Arm dann so zur Seite, dass ich aber mit der Hand am oberen Ende meines Schenkels auf lag, ging einigermaßen. Ich lag da, wie Al Bandi auf seinem Sofa sitzt – hmm, auch nicht ein angenehmer Gedanke. Das andere war, dass ich eigentlich nicht auf dem Rücken liegend schlafen kann – also wurde irgend wann wieder angefangen eine neue Stellung zu finden. Auf der rechten Seite, auf der linken Seite und wieder auf dem Rücken … hmmm!

So wälzte ich mich die ganze Nacht durch mein Bett und an richtigen Schlaf war nicht zu denken. Selbst mit den ganzen Kissen um den kaputten Arm so abzulegen, dass er nicht auf meine Rippen drückte oder sich zu sehr verdrehte beim Ablegen, brachte nur mäßigen Erfolg. Erst nach über einer Woche, als die Prellungen endlich etwas mehr abgeklungen waren und auch die Zerrung am Rücken sich kaum noch meldete, wachte ich eines Morgens auf und durfte feststellen, dass ich tatsächlich mal eine Nacht so ziemlich durch geschlafen hatte. … Und das nach über zwei Wochen – was für ein Gefühl!

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