drei Tage im Schwarzwald

an einem Bach am Wegesrand von tuxbrother auf Flickr Nach dem es auch im Schwarzwald nicht mehr so kalt seien solle, hatte ich den Feiertag genutzt um mal wieder ein paar Freunde in Donaueschingen zu besuchen. Dass ich da natürlich nicht einfach die Autobahn runter blase, sondern mir hier einen Weg quer durch den Schwarzwald zurecht suchte, war ja selbstverständlich. Auch hatte ich gleich mal die Möglichkeit genutzt, in Freiburg bei einem Bekannten vorbei zu schauen.

Der Weg führte mich somit erst mal zur Schwarzwaldhochstraße. Doch auf halber Strecke verließ ich diese um auf geschwungenen und Serpentinen-reichen Nebenstraßen meinen Weg fort zu setzen. In etwa nach fast vier Stunden kam ich dann in Freiburg an.

Nach einem kurzen Telefonat traf ich mich mit meinem Bekannten an einer raucherfreundlichen Kneipe (war eine gute Idee von ihm). Dort überbrückte ich das Warten mit einer kleinen Stärkung, da ich eh mal wieder vergessen hatte etwas zu frühstücken. Doch hatte mein Bekannter eh nicht lange auf sich warten lassen. Er brachte noch eine Bekanntschaft aus der Schweiz mit. Und so verstrich relativ schnell die Zeit bei ein paar Kaffees und netten Gesprächen etwas schneller als gedacht.

Wir sind dann noch auf einen weiteren Kaffee zum hier Ansässigen gegangen und er hatte mir seine wunderschöne Harley gezeigt – hmm … was für ein geiles Teil! Doch war ich bald gezwungen weiter zu fahren – es warteten ja bereits meine Freunde in Donaueschingen auf mich.

an verlassener Schwarzwald-Hütte von tuxbrother auf Flickr Der Weg leitete mich weiter in die Tiefen des Schwarzwaldes. Unter anderem befand ich mich irgend wann auf einem Weg, der eher nach einem gut ausgebauten Wanderweg aussah, als nach einer Straße – doch es war eine. Diese führte mich zu einem Orte mit ein paar kleinen, verlassenen Hütten auf einer Lichtung am Rande einer Serpentine. Es war einerseits ein recht idyllischer Flecken Erde, andererseits aber hatte dieser Ort auch etwas gespenstisches. Es war mal wieder der Beweis dafür, was man im Schwarzwald alles so finden kann – von merkwürdigen Straßen, bis hin zu fragwürdigen Orten.

Vor Sonnenuntergang war ich dann an meinem Ziel angekommen. Und nach einer herzlichen Begrüßung und dem Beziehen des Gästezimmers ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Am nächsten Tag waren wir erst mal damit beschäftigt, die alte Harley des Hausherren aus ihrem Winterschlaf zu holen. Die Batterie hatte er schon seit einigen Tagen am Ladegerät und musste nur wieder eingebaut werden. Der Ölstand schien auch zu stimmen. So dann wurden erst mal sämtliche benötigten Funktionen getestet – Licht, Blinker, Bremsen, dann der Anlasser und somit auch die Zündung … und es klappte besser als eh und je (nach Aussage des stolzen Besitzers). Somit ging es nun erst mal zur nächsten Tankstelle – voll tanken und Reifendruck prüfen.

Also nur wegen den paar Metern zur Tankstelle das Moped an zu schmeißen, das würde ja schon fast an Motorradquälerei grenzen. Somit war nun erst mal ein kleiner Ausflug durch die Gegend angesagt – auch um zu testen, ob auch wirklich alles funktioniere.

Mein ortskundiger Freund suchte dafür Strecken mit einigen schönen Serpentinen heraus. Zwar ist er mit seiner alten Harley, die er einst aus den Staaten mit hier rüber gebracht hatte, nicht in der Lage, die Kurven so zu nehmen wie ich mit meinem Kälbchen. Aus dem Grund schickte er mich zu Beginn entsprechender Strecken immer etwas voraus.

vor der Rothaus-Brauerei von tuxbrother auf Flickr Auf diese Weise kamen wir dann auch an die Rothausbrauerei. Dort musste natürlich erst mal eine Pause gemacht werden. Also die Mopeds auf dem Parkplatz abgestellt, die Zigaretten raus und sich die Frage gestellt, ob wir hier vielleicht gar ein Bierchen bekommen könnten. Doch es war ja ein Feiertag und das Werk sah auch unbesetzt aus – die Tore waren dicht.

Nun gut, so ging es weiter über den Schluchsee nach St. Blasien zum einzigsten Dom im Schwarzwald (wie es heißt). Hier verweilten wir kurz für ein paar Kaffees bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Auffällig war in diesem Teil des Schwarzwaldes, dass viele mit einem motorisierten Zweirad am ersten Mai unterwegs waren und nicht wie in der Gegend meiner Heimat man sich seiner Muskelkraft bediene. Doch denke ich, dass könnte auch an dem vielen Auf und Ab hier liegen.

Wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen hatte seine Frau bereits das Essen für den Grillabend vorbereitet. Und so ließen wir auch diesen Abend gemütlich aus klingen.

Am nächsten Tag war es mal wieder Zeit für meine Abreise. Und zuerst sah es auch nach sonnigem Wetter dafür aus. Doch nach einem verspäteten Frühstück änderte sich dieses. Nur das erschallen eines kräftigen Donners sollte mich eigentlich nicht abhalten. Aber der kurz darauf doch kräftige Regen machte mich nachdenklich. Für meinen Heimweg hatte ich mir eine Strecke am Ostrand des Schwarzwalds heraus gesucht – natürlich nur Landstraße. Doch bei diesem Regen wäre nun aber die Frage, ob das auch wirklich ein glücklicher Weg wäre. Der Hausherr setze mich so denn an einen Rechner – den Niederschlagsradar beobachten. Hierdurch war zu sehen, dass es im Norden der gewählten Strecke doch noch recht trocken aussah und dies auch dort so bleiben sollte. Also machte ich mich etwas verspätet doch auf den Weg.

In der Gegend von Villingen-Schwenningen durfte ich zwar dann doch mal das kühle Nass der Götter erfahren … und es war dabei so kühl, dass die Regentropfen durch den Fahrtwind an meinem Visier kurz vereisten – doch um so nördlicher ich kam, um so schöner und wärmer wurde es wieder. Die Strecke führte mich über Horb, Nagold, Calw und Pforzheim zurück nach Karlsruhe. Zwar dachte ich zunächst, dass ich hier und da vielleicht noch ein Päuschen machen würde, aber um dem Regen zu entkommen fuhr ich etwas zügig durch. Erst in Pforzheim viel mir auf, dass ich ja eigentlich schon fast zu Hause war. Also machte ich hier dann zumindest noch eine kleine Zigaretten-Pause, bevor ich die restlichen Meter runter ritt. Somit war ich pünktlich zur Tagesschau dann auch wieder auf meinem heimischen Sofa.

Abschließend kann ich sagen, dass das Wetter hätte zwar etwas besser seien können, doch haben es die Serpentinen auf den Wegen den Spaß an dieser Tour immer wieder aufleben lassen. Mal sehen, was ich für Wege das nächste mal noch finde.


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